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5 wichtige Kennzahlen für Supply-Chain-Experten

By Southard Jones
5 min read

Stellt man sich die Supply Chain als das Kreislaufsystem eines Unternehmens vor, wird deutlich, dass es ohne Störungen fließen muss, damit alles so schnell wie möglich dort ankommt, wo es gebraucht wird. In einem Unternehmen kann die Abstimmung verschiedener Abteilungen wie Einkauf, Produktion, Transport und Kundendienst ebenso komplex sein wie die Zusammenarbeit der vielen voneinander abhängigen Organe im Körper.

Wie lassen sich Ansatzpunkte für Verbesserungen finden und Kundenanforderungen mit den geforderten Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen in Einklang bringen? Als Lösung bieten sich Kennzahlen oder Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators, KPI) an, doch damit ist es oftmals nicht getan. Erst das Monitoring von einheitlichen Kennzahlen verbessert die Ausrichtung Ihrer Organisation und ermöglicht Agilität, was letztlich zu mehr Kundenzufriedenheit führt.

Wir geben Ihnen die fünf wichtigsten Kennzahlen, die Sie zur Optimierung Ihrer Supply Chain im Blick behalten sollten:

1. Perfect Order Index

Der Perfect Order Index misst die fehlerfreie Auftragsabwicklung im gesamten Supply-Chain-Prozess und ist eine zusammengesetzte Kennzahl: Die perfekt abgewickelten Bestellungen aus jeder Phase werden multipliziert und ergeben einen Gesamtleistungsindikator. Dies kann jedoch irreführend sein. Selbst wenn in den vier Phasen der Erfüllungsgrad bei 99% liegt, erreicht der Gesamtprozess bei der Multiplikation lediglich einen Wert von 96% für die fehlerfreie Auftragsabwicklung.

Dennoch ist der Perfect Order Index ein hervorragender Vergleichswert für die Gesamtleistung der Supply Chain. Bei der Detailanalyse lassen sich Probleme untersuchen, lokalisieren und korrigieren. Der Index kann im Zeitverlauf beurteilt werden, um den Fortschritt bei der Prozessverbesserung zu messen.

2. Cash-to-Cash Time (Kapitalbindungsdauer)

Der Cash-to-Cash (C2C) -Zyklus, auch bezeichnet als Cash Conversion, ist ein Maß für den Zeitraum zwischen der Bezahlung von Leistungen beim Zulieferer und dem Eingang der Zahlungen von Kunden. Der C2C-Zyklus ist eine weitere zusammengesetzte Kennzahl, die aus drei Messwerten in der Supply Chain besteht: Lagerdauer, Forderungen und Verbindlichkeiten in Tagen.

Die C2C-Benchmarks sind sehr unterschiedlich. Eine Studie zeigte jedoch, dass erstklassige Unternehmen tendenziell einen Cash-Conversion-Zyklus von weniger als einem Monat haben – unabhängig von der Branche. Bei einem kürzeren Zyklus fließen liquide Mittel schneller in die Kasse des Unternehmens zurück und stehen wieder für das Kerngeschäft zur Verfügung. Eine Studie mit mehr als 22.000 börsennotierten Unternehmen wies nach, dass in 75% der Fälle ein direkter Zusammenhang zwischen kürzeren C2C-Zyklen und einer höheren Ertragskraft besteht.

3. Supply-Chain-Cycle Time

Die sogenannte Supply-Chain-Cycle Time ist eine umfassende Kennzahl dafür, wie lange die Abwicklung eines Kundenauftrags dauern würde, wenn alle Bestände zum Zeitpunkt der Auftragserteilung bei null wären. Diese Kennzahl ist die Summe der längstmöglichen Vorlaufzeiten für jede Phase des Supply-Chain-Zyklus.

Die Kennzahl ist ein exzellenter Indikator für die Gesamteffizienz Ihrer Supply Chain. Ein kürzerer Zyklus bedeutet, dass der Prozess flexibel und agil ist und auf Änderungen im Umfeld reagieren kann. Beim Tracking der Supply-Chain-Cycle Time werden bestehende oder potenzielle Probleme sichtbar, so dass Ihr Unternehmen Korrekturen vornehmen kann.

nigel-tadyanehondo-239555-unsplash Wie effizient ist Ihre Lieferkette? Sie Supply-Chain-Cycle Time gibt Ihnen wertvolle Einblicke-

4. Fill Rate

Die Fill Rate, auch als Bedarfsdeckungsrate bezeichnet, ist die Höhe der Kundennachfrage, die durch verfügbare Lagerbestände ohne Lieferrückstände oder Umsatzeinbußen gedeckt werden kann. Für ein Unternehmen ist es wichtig, die Fill Rate zu kennen: Sie gibt Auskunft über den Umsatz, den das Unternehmen mit einer verbesserten Bestandsleistung erzielen könnte.

Eine Methode zur Verbesserung der Bestandsleistung ist der Zugriff auf Bestandsdaten. Je besser Sie und Ihr Verkaufsteam über den verfügbaren Bestand Bescheid wissen, desto besser können Sie Ihre Aufträge präzise, vollständig und pünktlich abwickeln und so die Kundenzufriedenheit verbessern.

Untersuchungen haben gezeigt, dass sich bessere Beziehungen zwischen Lieferanten und Einzelhändlern positiv auf die Fill Rate auswirken und diese um 80% verbessern. Weitere Vorteile waren schnellere Preisverhandlungen bei Änderungen, eine verbesserte Reaktion auf Bedarfsspitzen, rationalisierte Prozesse bei der Auftragsabwicklung und neue Anreize für Vertriebsmitarbeiter.

5. Inventory Turnover (Lagerumschlag)

Der Lagerumschlag gibt an, wie häufig der gesamte Lagerbestand in einem bestimmten Zeitraum verkauft wird. Er ist eine wichtige Kennzahl, da er die Effizienz im gesamten Supply-Chain-Prozess genau und umfassend abbildet.

Die Vergleichswerte für den Lagerumschlag sind je nach Art des Unternehmens sehr unterschiedlich. Ein Lebensmittelgeschäft könnte seinen Lagerbestand 20 Mal pro Jahr komplett austauschen, während bei Computerausrüstungen der Branchendurchschnitt bei sechsmal pro Jahr liegt.

Allgemein deutet ein geringer Lagerumschlag im Verhältnis zur Branche darauf hin, dass ein Unternehmen aufgrund schlechter Verkaufszahlen einen Überbestand hat. Eine verbesserte Kennzahl für den Lagerumschlag bereitet den Weg für höhere Umsätze und einen agilen, effizienten Prozess.

Die Supply Chain ist die Lebensader Ihres Unternehmens. So wie Mediziner Ihr Herz-Kreislaufsystem auf den Prüfstand stellen und Blockaden beseitigen können, schafft ein Tracking der wichtigsten Supply-Chain-Kennzahlen für Ihr Unternehmen die Voraussetzungen für eine wirtschaftlich gesicherte und erfolgreiche Zukunft.

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