Beschleunigte Innovation durch gemeinsame Forschung im Bereich Process Mining

Beschleunigte Innovation durch gemeinsame Forschung im Bereich Process Mining

Blog Frictionless Future

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich über meinen persönlichen Weg hin zum Aufbau eines Academic Alliance-Programms bei Celonis geschrieben. Dabei habe ich mich eher auf den Bildungsaspekt des Programms konzentriert. In diesem Blog möchte ich den Schwerpunkt auf den zweiten wichtigen Aspekt legen, zu dem ich auch ein besonderes persönliches Verhältnis habe: die Forschungszusammenarbeit zwischen der Industrie und Wissenschaft.

Wissenschaftliche DNA

Die DNA der Process Mining-Industrie ist untrennbar mit der wissenschaftlichen Forschung verbunden: Die Geburtsstunde des Process Mining liegt in den 1990er Jahren, als Professor Wil van der Aalst und seine Forschungsgruppe erstmals die Idee unter die Lupe nahmen, Prozessabläufe in Organisationen mit Daten aus operativen IT-Systemen nachzuvollziehen.

Mehr als zehn Jahre später nutzten die ersten Anbieter die wissenschaftlichen Prinzipien, um Unternehmenssoftware-Tools für Process Mining zu gestalten. Seitdem ist Process Mining ein kontinuierliches Verbindungsglied zwischen der Industrie und Wissenschaft, wobei viele Anbieter ihre Anfänge in der Wissenschaft machten. Auch Celonis wurde im Rahmen eines studentischen Projekts an der TU München gegründet. Damals und heute vereint Process Mining Industrieexperten und Wissenschaftler mit einem gemeinsamen Interesse daran, Prozesse zu verstehen und die Unternehmensleistung zu verbessern.

Gemeinsamer Forschungsansatz

Wie keine andere Disziplin blickt Process Mining auf eine einzigartige Tradition zurück, bei der wissenschaftliche Forschung in praktischen Anwendungen umgesetzt wird. Während in anderen Forschungsfeldern die Wissenschaft der Industrie oft um Jahre voraus ist, sind die wissenschaftliche Forschung und industrielle Innovationen in mehreren Feldern des Process Mining eng aneinandergekoppelt.

Als Wissenschaftler hatte ich mein erstes Aha-Erlebnis zum engen Austausch und zur Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie, als ich das Programm „Celonis Academic Alliance“ startete. Wir haben einen Workshop zum Wissensaustausch zwischen zwei unserer wissenschaftlichen Partner und unserem Entwicklungsteam organisiert. Nach der Präsentation des neuesten Stands der Technik in unseren beiden Feldern wurde uns bewusst, dass wir an so ziemlich den gleichen Themen arbeiten und uns dieselben Fragen stellen.

Und genau dann habe ich zum ersten Mal das enorme Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie (Forschung) zur Förderung von Innovationen erkannt.

Best Practices für eine erfolgreiche F&E-Zusammenarbeit

Da ich selbst Doktorand bin, bin ich mit der akademischen Denkweise ziemlich gut vertraut. Durch meine Arbeit bei Celonis erhalte ich jedoch auch Einblicke in den Innovationsansatz der Industrie. Unter Berücksichtigung beider Perspektiven bin ich davon überzeugt, dass die Symbiose zwischen der Forschung von Wissenschaft und Industrie starke Anreize für Innovationen schafft. Um dieses Potenzial jedoch ausschöpfen zu können, müssen bestimmte Regeln und Prinzipien beachtet werden. Dies ist eine Zusammenfassung der Best Practices bei der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft, die ich im Laufe der letzten zwei Jahre kennengelernt habe.

  • Ressourcen und Anforderungen beider Seiten kennen: Die Forschungsziele von Wissenschaft und Industrie unterscheiden sich möglicherweise. Akademiker möchten wissenschaftliche Arbeiten veröffentlichen, Fördermittel beschaffen und für neue Inhalte für ihre Lehrtätigkeiten sorgen. Gleichzeitig soll ihre Forschung auch für die Praxis relevant sein, und sie möchten ihre Ergebnisse an praktischen Daten und mit echten Benutzern testen. Im Gegensatz dazu sind Kundenanforderungen und das Ziel, neue Funktionen und Produkte zu schaffen, entscheidende Faktoren für die industrielle Forschung. Die Industrie kennt die Probleme, denen Kunden in der Praxis gegenüberstehen, und bietet eine technische Infrastruktur, um Innovationen auf Realdatensets zu testen. Der Schwerpunkt der Industrieforschung ist jedoch häufig eher kurzfristig angesetzt. Die Forschung dient nicht dem wissenschaftlichen Fortschritt, sondern der Anwendung in der Industrie. Da der Schwerpunkt eher kurzfristig ausfällt, bleibt oft nicht viel Zeit für langfristige Innovationsprojekte, besonders für solche, bei denen nicht sicher ist, ob sie letztendlich in einem neuen Produkt oder einer neuen Funktion verwendet werden. Wie erzielen Sie das beste Ergebnis im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie? Die beiden Welten produzieren möglicherweise unterschiedliche Ergebnisse, die von ihren jeweiligen Zielen abhängig sind. Dabei stehen sich oft die Veröffentlichung einer qualitativ hochwertigen Arbeit und das Anbieten einer neuen Funktion oder eines neuen Produkts gegenüber. Trotzdem sieht ein großer Teil des Weges hin zu einer guten Forschungsarbeit auf beiden Seiten gleich aus: ein Problem erkennen, eine Lösung finden und die Lösung testen oder umsetzen. Am Ende dieses gemeinsamen Weges weichen Verfahren jedoch auf beiden Seiten ab – wie die zwei Arme eines „Y“. Das bedeutet, dass das Endergebnis möglicherweise unterschiedlich ausfällt: So wird auf der einen Seite eine in die aktuelle Literatur eingebettete wissenschaftliche Arbeit verfasst, und auf der anderen Seite wird das Forschungsergebnis in ein Produkt umgewandelt, und dieses Produkt wird dann vermarktet und verkauft. Den längsten Abschnitt des Weges können sie jedoch gemeinsam mit vielen Synergien gehen. Diesen Abschnitt bildet der untere Teil des „Y“ (danke an Professor Jan vom Brocke, der sich diese „Y“-Analogie vor Kurzem in einem Workshop ausgedacht hat).

  • Plattformen für den Austausch schaffen: Der Schlüssel für eine erfolgreiche F&E-Zusammenarbeit ist Kommunikation: miteinander sprechen, einander verstehen und gemeinsam neue Ideen schaffen. Deswegen sind für die enge Symbiose zwischen der Forschung von Wissenschaft und Industrie Plattformen für den Austausch erforderlich. Und es gibt in der Tat immer mehr Möglichkeiten zum Austausch. Die besten Beispiele dafür sind die führenden Konferenzen in dem Feld, z. B. die 1st International Conference on Process Mining. In diesem Jahr stammte ein Drittel der 400 Teilnehmer aus dem wissenschaftlichen Bereich, während die anderen beiden Drittel sich aus Anbietern, Beratern und Anwendern aus der Industrie zusammensetzten. Eine perfekte Mischung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft!

  • Geistiges Eigentum (Intellectual Property, IP) verwalten: Wie bei jeder Innovation spielen IP-Rechte eine wichtige Rolle. Die Frage nach dem Umgang mit diesen Rechten könnte gemeinsame F&E-Projekte zum Stillstand bringen. In der Regel möchte ein Partner aus der Industrie IP-Rechte schützen, damit Mitbewerber keinen Zugang zu seinen Innovationen erhalten. Auf der anderen Seite ist das Ziel akademischer Forschung, Transparenz zu schaffen, Ergebnisse sowie Codes zur Nachbildung zu teilen und anderen Wissenschaftlern die Möglichkeit zur Nachverfolgung zu bieten. Beide Seiten, sowohl Industrie als auch Wissenschaft, müssen also die Interessen des Partners berücksichtigen. Die Industrie muss es der Wissenschaft erlauben, Ergebnisse in Arbeiten zu veröffentlichen und Einblicke mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu teilen. Auf der anderen Seite muss die Wissenschaft IP-Rechte berücksichtigen und mit dem Partner aus der Industrie abstimmen, welche Informationen veröffentlicht werden dürfen.

  • Ergebnisse gemeinsam bewerben: Die Ergebnisse gemeinsamer Forschungsprojekte stellen den Erfolg einer Zusammenarbeit dar. Auch wenn der „Y“-Ansatz möglicherweise zu getrennten Wegen in den letzten Schritten eines Projekts führt, sollten Industrie und Wissenschaft Gelegenheiten finden, um die gemeinsamen Ergebnisse zusammen zu bewerben. Sie könnten beispielsweise Whitepaper oder Industriebeiträge für Konferenzen verfassen oder die Forschungsergebnisse Kunden und ihrem Ökosystem präsentieren.

Forschungsprogramm von Celonis

Als Impulsgeber und Koordinator möchte das Forschungsprogramm der Celonis Academic Alliance die Forschung der Wissenschaft und Industrie vereinen. Es baut eine Community von Wissenschaftlern und Industrieexperten auf und bietet zudem eine Plattform für den Austausch und die Zusammenarbeit in unserer Intelligent Business Cloud (IBC). Mit der IBC – Academic Edition erhalten Sie kostenlosen Zugang zu allen Forschungs- und Lehrfunktionen von Celonis.

Ein besonderer Vorteil für die Forschung ist, dass die IBC ein Open Applications Framework und eine vollständige Python-Integration in der Machine Learning Workbench umfasst. Wissenschaftler können ihre Methoden auf der leistungsstarken IBC-Infrastruktur entwickeln, einfach Feldexperimente durchführen und an Celonis-Endnutzer zum Testen senden. Die IBC – Academic Edition schafft zusammen mit der einzigartigen Community der Academic Alliance eine leistungsstarke Plattform für Innovationen mit Zugriff auf modernste Technologien.

Für mich ist dieser Ansatz ein guter Anfang, um das enorme Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft beim Process Mining auszuschöpfen, und verleiht der wissenschaftlichen DNA unserer Kategorie frischen Wind. Wenn Sie Teil dieser Reise sein möchten, wenden Sie sich an Celonis Academic Alliance.

jerome geyer klingeberg author celonis academic alliance blog
Jerome Geyer-Klingeberg
Head of Celonis Academic Alliance

Jerome Geyer-Klingeberg ist Head of Celonis Academic Alliance und verantwortet mit seinem Team die Zusammenarbeit mit Studenten und Professoren.

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