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Beschleunigte Innovation durch gemeinsame Forschung im Bereich Process Mining

By Jerome Geyer-Klingeberg
8 min read

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich รผber meinen persรถnlichen Weg hin zum Aufbau eines Academic Alliance-Programms bei Celonis geschrieben. Dabei habe ich mich eher auf den Bildungsaspekt des Programms konzentriert. In diesem Blog mรถchte ich den Schwerpunkt auf den zweiten wichtigen Aspekt legen, zu dem ich auch ein besonderes persรถnliches Verhรคltnis habe: die Forschungszusammenarbeit zwischen der Industrie und Wissenschaft.

Wissenschaftliche DNA

Die DNA der Process Mining-Industrie ist untrennbar mit der wissenschaftlichen Forschung verbunden: Die Geburtsstunde des Process Mining liegt in den 1990er Jahren, als Professor Wil van der Aalst und seine Forschungsgruppe erstmals die Idee unter die Lupe nahmen, Prozessablรคufe in Organisationen mit Daten aus operativen IT-Systemen nachzuvollziehen.

Mehr als zehn Jahre spรคter nutzten die ersten Anbieter die wissenschaftlichen Prinzipien, um Unternehmenssoftware-Tools fรผr Process Mining zu gestalten. Seitdem ist Process Mining ein kontinuierliches Verbindungsglied zwischen der Industrie und Wissenschaft, wobei viele Anbieter ihre Anfรคnge in der Wissenschaft machten. Auch Celonis wurde im Rahmen eines studentischen Projekts an der TU Mรผnchen gegrรผndet. Damals und heute vereint Process Mining Industrieexperten und Wissenschaftler mit einem gemeinsamen Interesse daran, Prozesse zu verstehen und die Unternehmensleistung zu verbessern.

Gemeinsamer Forschungsansatz

Wie keine andere Disziplin blickt Process Mining auf eine einzigartige Tradition zurรผck, bei der wissenschaftliche Forschung in praktischen Anwendungen umgesetzt wird. Wรคhrend in anderen Forschungsfeldern die Wissenschaft der Industrie oft um Jahre voraus ist, sind die wissenschaftliche Forschung und industrielle Innovationen in mehreren Feldern des Process Mining eng aneinandergekoppelt.

Als Wissenschaftler hatte ich mein erstes Aha-Erlebnis zum engen Austausch und zur Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie, als ich das Programm โ€žCelonis Academic Allianceโ€œ startete. Wir haben einen Workshop zum Wissensaustausch zwischen zwei unserer wissenschaftlichen Partner und unserem Entwicklungsteam organisiert. Nach der Prรคsentation des neuesten Stands der Technik in unseren beiden Feldern wurde uns bewusst, dass wir an so ziemlich den gleichen Themen arbeiten und uns dieselben Fragen stellen.

Und genau dann habe ich zum ersten Mal das enorme Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie (Forschung) zur Fรถrderung von Innovationen erkannt.

Best Practices fรผr eine erfolgreiche F&E-Zusammenarbeit

Da ich selbst Doktorand bin, bin ich mit der akademischen Denkweise ziemlich gut vertraut. Durch meine Arbeit bei Celonis erhalte ich jedoch auch Einblicke in den Innovationsansatz der Industrie. Unter Berรผcksichtigung beider Perspektiven bin ich davon รผberzeugt, dass die Symbiose zwischen der Forschung von Wissenschaft und Industrie starke Anreize fรผr Innovationen schafft. Um dieses Potenzial jedoch ausschรถpfen zu kรถnnen, mรผssen bestimmte Regeln und Prinzipien beachtet werden. Dies ist eine Zusammenfassung der Best Practices bei der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft, die ich im Laufe der letzten zwei Jahre kennengelernt habe.

  • Ressourcen und Anforderungen beider Seiten kennen: Die Forschungsziele von Wissenschaft und Industrie unterscheiden sich mรถglicherweise. Akademiker mรถchten wissenschaftliche Arbeiten verรถffentlichen, Fรถrdermittel beschaffen und fรผr neue Inhalte fรผr ihre Lehrtรคtigkeiten sorgen. Gleichzeitig soll ihre Forschung auch fรผr die Praxis relevant sein, und sie mรถchten ihre Ergebnisse an praktischen Daten und mit echten Benutzern testen. Im Gegensatz dazu sind Kundenanforderungen und das Ziel, neue Funktionen und Produkte zu schaffen, entscheidende Faktoren fรผr die industrielle Forschung. Die Industrie kennt die Probleme, denen Kunden in der Praxis gegenรผberstehen, und bietet eine technische Infrastruktur, um Innovationen auf Realdatensets zu testen. Der Schwerpunkt der Industrieforschung ist jedoch hรคufig eher kurzfristig angesetzt. Die Forschung dient nicht dem wissenschaftlichen Fortschritt, sondern der Anwendung in der Industrie. Da der Schwerpunkt eher kurzfristig ausfรคllt, bleibt oft nicht viel Zeit fรผr langfristige Innovationsprojekte, besonders fรผr solche, bei denen nicht sicher ist, ob sie letztendlich in einem neuen Produkt oder einer neuen Funktion verwendet werden. Wie erzielen Sie das beste Ergebnis im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie? Die beiden Welten produzieren mรถglicherweise unterschiedliche Ergebnisse, die von ihren jeweiligen Zielen abhรคngig sind. Dabei stehen sich oft die Verรถffentlichung einer qualitativ hochwertigen Arbeit und das Anbieten einer neuen Funktion oder eines neuen Produkts gegenรผber. Trotzdem sieht ein groรŸer Teil des Weges hin zu einer guten Forschungsarbeit auf beiden Seiten gleich aus: ein Problem erkennen, eine Lรถsung finden und die Lรถsung testen oder umsetzen. Am Ende dieses gemeinsamen Weges weichen Verfahren jedoch auf beiden Seiten ab โ€“ wie die zwei Arme eines โ€žYโ€œ. Das bedeutet, dass das Endergebnis mรถglicherweise unterschiedlich ausfรคllt: So wird auf der einen Seite eine in die aktuelle Literatur eingebettete wissenschaftliche Arbeit verfasst, und auf der anderen Seite wird das Forschungsergebnis in ein Produkt umgewandelt, und dieses Produkt wird dann vermarktet und verkauft. Den lรคngsten Abschnitt des Weges kรถnnen sie jedoch gemeinsam mit vielen Synergien gehen. Diesen Abschnitt bildet der untere Teil des โ€žYโ€œ (danke an Professor Jan vom Brocke, der sich diese โ€žYโ€œ-Analogie vor Kurzem in einem Workshop ausgedacht hat).
  • Plattformen fรผr den Austausch schaffen: Der Schlรผssel fรผr eine erfolgreiche F&E-Zusammenarbeit ist Kommunikation: miteinander sprechen, einander verstehen und gemeinsam neue Ideen schaffen. Deswegen sind fรผr die enge Symbiose zwischen der Forschung von Wissenschaft und Industrie Plattformen fรผr den Austausch erforderlich. Und es gibt in der Tat immer mehr Mรถglichkeiten zum Austausch. Die besten Beispiele dafรผr sind die fรผhrenden Konferenzen in dem Feld, z. B. die 1st International Conference on Process Mining. In diesem Jahr stammte ein Drittel der 400 Teilnehmer aus dem wissenschaftlichen Bereich, wรคhrend die anderen beiden Drittel sich aus Anbietern, Beratern und Anwendern aus der Industrie zusammensetzten. Eine perfekte Mischung fรผr eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft!
  • Geistiges Eigentum (Intellectual Property, IP) verwalten: Wie bei jeder Innovation spielen IP-Rechte eine wichtige Rolle. Die Frage nach dem Umgang mit diesen Rechten kรถnnte gemeinsame F&E-Projekte zum Stillstand bringen. In der Regel mรถchte ein Partner aus der Industrie IP-Rechte schรผtzen, damit Mitbewerber keinen Zugang zu seinen Innovationen erhalten. Auf der anderen Seite ist das Ziel akademischer Forschung, Transparenz zu schaffen, Ergebnisse sowie Codes zur Nachbildung zu teilen und anderen Wissenschaftlern die Mรถglichkeit zur Nachverfolgung zu bieten. Beide Seiten, sowohl Industrie als auch Wissenschaft, mรผssen also die Interessen des Partners berรผcksichtigen. Die Industrie muss es der Wissenschaft erlauben, Ergebnisse in Arbeiten zu verรถffentlichen und Einblicke mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu teilen. Auf der anderen Seite muss die Wissenschaft IP-Rechte berรผcksichtigen und mit dem Partner aus der Industrie abstimmen, welche Informationen verรถffentlicht werden dรผrfen.
  • Ergebnisse gemeinsam bewerben: Die Ergebnisse gemeinsamer Forschungsprojekte stellen den Erfolg einer Zusammenarbeit dar. Auch wenn der โ€žYโ€œ-Ansatz mรถglicherweise zu getrennten Wegen in den letzten Schritten eines Projekts fรผhrt, sollten Industrie und Wissenschaft Gelegenheiten finden, um die gemeinsamen Ergebnisse zusammen zu bewerben. Sie kรถnnten beispielsweise Whitepaper oder Industriebeitrรคge fรผr Konferenzen verfassen oder die Forschungsergebnisse Kunden und ihrem ร–kosystem prรคsentieren.

Forschungsprogramm von Celonis

Als Impulsgeber und Koordinator mรถchte das Forschungsprogramm der Celonis Academic Alliance die Forschung der Wissenschaft und Industrie vereinen. Es baut eine Community von Wissenschaftlern und Industrieexperten auf und bietet zudem eine Plattform fรผr den Austausch und die Zusammenarbeit in unserer Intelligent Business Cloud (IBC). Mit der IBC โ€“ Academic Edition erhalten Sie kostenlosen Zugang zu allen Forschungs- und Lehrfunktionen von Celonis.

Ein besonderer Vorteil fรผr die Forschung ist, dass die IBC ein Open Applications Framework und eine vollstรคndige Python-Integration in der Machine Learning Workbench umfasst. Wissenschaftler kรถnnen ihre Methoden auf der leistungsstarken IBC-Infrastruktur entwickeln, einfach Feldexperimente durchfรผhren und an Celonis-Endnutzer zum Testen senden. Die IBC โ€“ Academic Edition schafft zusammen mit der einzigartigen Community der Academic Alliance eine leistungsstarke Plattform fรผr Innovationen mit Zugriff auf modernste Technologien.

Fรผr mich ist dieser Ansatz ein guter Anfang, um das enorme Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft beim Process Mining auszuschรถpfen, und verleiht der wissenschaftlichen DNA unserer Kategorie frischen Wind. Wenn Sie Teil dieser Reise sein mรถchten, wenden Sie sich an Celonis Academic Alliance.

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